Bericht über die Reise vom 27.02.-25.03.2009

Auch in diesem Jahr besuchte Gerhard Ehrenreich mit einer Projektgruppe die Gehörlosenschulen St. Mark VII school for the Deaf Bwanda und die Rwera mixed and the school for the Deaf Ntungamo in Uganda.
Da in diesem Jahr viel besprochen und organisiert werden musste, blieb Gerhard Ehrenreich insgesamt 8 Wochen dort.

Folgende Teilnehmer nahmen neben Herrn Ehrenreich an der Reise teil:

Am 27.02.2009 brach Gerhard Ehrenreich zusammen mit Rudolf Gast, Mirko Nicolai, Kathrin Molitor und Anna Brönner nach Uganda auf. Der Flug mit Ethiopian Airlines ging von Frankfurt Flughafen über Addis Abeba/Äthiopien nach Entebbe/ Uganda. Mit im Gepäck waren viele Taschen und Kartons mit Hilfsgütern und Sachspenden.
Nach insgesamt 14 Stunden Reisezeit kamen wir am Flughafen von Entebbe an und wurden herzlich von der Schulleiterin der Schule St. Mark VII in Masaka, Sr. Immaculate, und dem Fahrer der Schule, Mike, begrüßt.

Unser Fahrer Mike
Fahrer Mike von der Gehörlosenschule Bwanda

Nachdem das viele Gepäck auf dem Geländewagen der Schule verladen war, fuhren wir zunächst in die nahe gelegene Hauptstadt Kampala, um einige Besorgungen zu erledigen und machten uns dann auf den Weg nach Masaka.
Während der dreistündigen Autofahrt konnten wir einen ersten Eindruck von Uganda gewinnen:
Die Landschaft entspricht so gar nicht dem typischen Bild, das man sich evtl. in Deutschland von Afrika macht. Der Süden Ugandas ist grün und fruchtbar. Überall sieht man Mango- und Avocadobäume und weitflächige Plantagen mit Kochbananen (Matoke).
Entlang der Straße reihen sich kleine einstöckige Häuser, Läden und Marktstände. Viele Häuser sind in leuchtenden Farben gestrichen: gelb, blau, rot, grün, pink... Große Firmen, z.B. Handyanbieter, finanzieren den Anstrich und nutzen die Häuser als Werbefläche mit ihrem Logo. Das Leben spielt sich in Uganda auf der Straße ab. Es herrscht ein reges Treiben. Die Menschen bieten die verschiedensten Dinge zum Verkauf an. Häufig dient der Straßenrand als Ausstellungsfläche. Dort stehen riesige Polstermöbel, Betten, Schränke, Fahrräder, Autoteile und sogar Särge zur Besichtigung bereit. An kleinen Kochständen werden verschiedene Gerichte zubereitet und verkauft.
Auf Fahrrädern, Motorrädern und Kleinlastwagen werden die unmöglichsten Dinge transportiert. So werden z.B. die schweren Stauden der Kochbananen auf dem Fahrrad zum nächsten Markt gebracht.

Im Dunkeln erreichten wir schließlich unsere Unterkunft im Holy Family Convent in Bwanda, einem Ortsteil von Masaka.
Die Schule St. Mark VII wird von diesem Convent getragen. Auf dem Gelände befinden sich außerdem eine Hauswirtschaftsschule, zwei fortführende Schulen (secondary schools), eine Grundschule (primary school), eine Berufsschule, das Mutterhaus des Convents, der Kindergarten und die Grundschule (P1 und P2) für die gehörlosen Kinder der St. Mark Schule, eine Holzwerkstatt, eine Abfüllanlage für Trinkwasser und Gärten. Die St. Mark school for the Deaf ist 5 min zu Fuß vom Convent entfernt.

Am nächsten Tag besuchte Ehrenreich mit seinen Begleitern die Schule. Schon von weitem liefen uns die Kinder entgegen. Sie freuten sich sehr über die Ankunft der Besucher aus Deutschland. Viele kennen Gerhard schon seit mehreren Jahren und begrüßten ihn freudig.
Die Kinder und Lehrer versammelten sich zu einer Begrüßungsfeier im Speisesaal. Die Kinder hatten mehrere Tänze und ein Gebärdenlied vorbereitet. Ihr Vortrag wurde mit viel Applaus der Gäste und Mitschüler belohnt.
Obwohl die Kinder ugandische Gebärdensprache verwenden, konnten Gerhard Ehrenreich und Rudolf Gast gut mit ihnen kommunizieren, indem sie natürliche Gebärden benutzten.

Vier wichtige Personen posieren fürs Foto
R. Gast vom Landesverband Bayern der Gehörlosen, Projektmitarbeiter S. Kasumba, Schulleiterin Sr. Immaculate, Projektleiter G. Ehrenreich

Gesprächsrunde mit Dolmetscherin Brönner
Gesprächsrunde mit Dolmetscherin Brönner

Ziel der Reise war es, Gespräche mit dem ugandischen ehrenamtlichen Mitarbeiter Stephen Kasumba bzgl. der Baumaßnahmen an den Schulen in Masaka und Ntungamo zu führen und mit den Schulen Organisatorisches bzgl. der Patenschaften zu klären. In diesem Jahr kam aber auch ein neuer Aufgabenbereich hinzu:

Der Hörgeräteakkustiker Mirko Nicolai war von seiner Firma Huth & Dickert aus Würzburg beauftragt worden, die Reisegruppe 14 Tage zu begleiten, um Hörtests bei den Kindern durchzuführen und gegebenenfalls Hörgeräte anzupassen. Im Vorfeld der Reise hatte die Firma Huth und Dickert gebrauchte Hörgeräte für diesen Zweck gesammelt. Herr Nicolai brachte die notwendige technische Ausrüstung mit nach Uganda, u.a. einen Audiometer.

Am 02.03.09 konnte Herr Nicolai mit den Hörtests bei den Kindern beginnen. Er wurde von Kathrin Molitor und der Englischlehrerin Teddy bei der Kommunikation mit den Kindern unterstützt. Anhand des Audiometers wurde die Hörschwelle der Kinder ermittelt, um festzustellen, ob sie evtl. für ein Hörgerät geeignet sind.
Einige Kinder reagierten ängstlich auf die technischen Geräte, sie arbeiteten aber gut mit.

Kind bei der Audiometrie
Audiometrie

Mirko fummelt am Ohr eines Kindes rum :)
Mirko bei seiner Arbeit

Die speziell für jedes Kind angepassten Ohrpassstücke
Ohrpassstück wird speziell angefertigt

Am gleichen Tag fand die erste Besprechung zwischen Herrn Ehrenreich, Stephen Kasumba, Rudolf Gast mit Dolmetscherin Brönner, Sr. Angella und Sr. Immaculate statt. Der Bau der neuen Klassenräume auf dem Schulgelände ist beinahe abgeschlossen. Die Rechenschaftsberichte für die 5 neuen Klassenräume wurden von Kasumba bearbeitet. Momentan verfügt die Schule noch nicht über genügend Klassenräume, um alle Kinder der Grundschule auf dem Gelände zu unterrichten. Die erste und zweite Klasse wird daher in den Räumlichkeiten des Kindergartens auf dem Gelände des Holy Family Convents beschult. Die Kinder der ersten und zweiten Klasse und des Kindergartens laufen daher mehrmals täglich zwischen der Schule und dem Kindergarten hin und her. Durch die neuen Klassenräume können in Zukunft alle Grundschulkinder auf dem Schulgelände unterrichtet werden. In einem der neuen Räume soll ein Computerraum eingerichtet werden, um die Kinder auch in diesem Bereich zu schulen und ihnen weitere berufliche Perspektiven zu eröffnen. Auch für den Nähunterricht kann durch den Neubau ein eigener Raum eingerichtet werden. Bisher findet der Nähunterricht im Speisesaal statt.
Als nächstes Bauprojekt steht der Neubau des Kindergartens auf dem Grundstück der St. Mark Schule an. Ziel ist es, dass alle gehörlosen Kinder auf einem Gelände beisammen sein können.

Der 03.03.09 begann mit starkem Regem am Morgen. Im März beginnt die Regenzeit in Uganda. Die meisten Straßen sind unbefestigt und entwickeln sich in kürzester Zeit zu "Matschpisten". Nachdem der Regen etwas nachgelassen hatte, konnten Mirko Nicolai und Kathrin Molitor zur Schule laufen, um die Hörtests fortzusetzen.
Nach den Hörtests nahm Mirko Nikolai Ohrabdrücke von den Kindern, die für ein Hörgerät in Frage kommen. Es waren einige Kinder dabei, bei denen eine Schwerhörigkeit vorliegt, die gut durch ein Hörgerät ausgeglichen werden kann. Aufgrund der fehlenden technischen Möglichkeiten konnten sie bisher keine Hilfsmittel bekommen.
Alle Kinder, gehörlos oder schwerhörig, beherrschen die ugandische Gebärdensprache und können somit gut kommunizieren. Im Unterricht wird Gebärdensprache ganz selbstverständlich angewandt. Die kleinen Kinder erhalten bereits im Kindergarten Gebärdensprachunterricht.

Vom Nachmittag bis zum späten Abend fertigte Mirko Nicolai aus den Ohrabdrücken Ohrpassstücke für die Hörgeräte. Die Rohlinge müssen mit einem Spezialwerkzeug abgeschliffen werden. Daraufhin wird ein Schlauch als Anschluss für das Hörgerät eingefügt.

Am gleichen Tag traf Stephen Kasumba in Bwanda ein. Stephen Kasumba ist schwerhörig. Er engagiert sich schon seit einiger Zeit für das deutsche Gehörlosenprojekt. Er ist ein zuverlässiger Mitarbeiter in Uganda und kümmert sich ehrenamtlich um die Bauplanung vor Ort. Gerhard Ehrenreich besichtigte mit Stephen Kasumba und Sr. Immaculate den Neubau der Klassenräume. Die Arbeiten verlaufen ganz anders, als man es von Deutschland gewohnt ist. Statt mit großen Maschinen wird alles mit der Hand gemacht. Der Bauleiter sicherte zu, dass die Arbeiten in drei Wochen rechtzeitig zur Eröffnungsfeier abgeschlossen sein würden.
Außerdem wurde über die Sanierung der Toiletten gesprochen. Herrn Ehrenreich ist es wichtig, dass die Schule hygienische sanitäre Anlagen auf europäischem Niveau erhält. Bisher nutzen die Kinder einfache Latrinen.

Am 04.03.09 war der große Tag. Der erste Teil der schwerhörigen Kinder bekam ein Hörgerät angepasst.
Nacheinander wurden bei den Kindern die fertigen Hörgeräte eingesetzt. Dies war ein wunderschöner und sehr ergreifender Augenblick.
Sobald das Hörgerät richtig eingestellt war, ging ein Strahlen über das Gesicht der Kinder. Die Kinder freuten sich sehr, dass sie nun Sprache und Geräusche wahrnehmen konnten. Alle lachten und machten Geräusche, um das Hören auszuprobieren. Ein Mädchen begann plötzlich laut zu singen und hörte nicht mehr auf. Nach einiger Zeit gebärdeten die anderen Kinder mit Hörgerät zu ihr: "Hör auf zu singen, ich kann es nicht mehr hören!". Einfach super!

Mirko mit den Hörgerätträger
Mirko mit den Hörgerätträger

Freudestrahlende Kinder über die Hörgeräte
Freudestrahlende Kinder über die Hörgeräte

Trotz all der Begeisterung zeigten sich aber auch Schwierigkeiten. Die Kinder, die kein Hörgerät bekommen hatten, waren sehr enttäuscht. Sie konnten nicht verstehen, warum sie kein Hörgerät bekommen konnten, z.B. weil sie vollständig taub waren. Sie glaubten, schlechter als die anderen Kinder zu sein. Man konnte auch einige Zankereien zwischen den Kindern mit und ohne Hörgerät beobachten.
Ein Problem wird sicherlich die Nachsorge für die Hörgeräte sein: Batteriewechsel, Einstelllungen, Reparaturen, Sprechtraining, usw. Dazu kommt, dass die Kinder mit ihren Sachen oft nachlässig umgehen bzw. neugierig an den Geräten herumbasteln. Vorsorglich haben deshalb nur die älteren, vernünftigen Schüler Hörgeräte bekommen.

Am Nachmittag fand erneut eine Besprechung mit Gerhard Ehrenreich, Rudolf Gast, Stephen Kasumba, Sr. Angella und Sr. Immaculate statt.
Hierbei stand die Planung des Kindergartenneubaus im Mittelpunkt. Am bisherigen Bauplanentwurf wurden gemeinsam einige Änderungen vorgenommen.
So sollen die sanitären Anlagen geändert und mit weniger Ausstattung versorgt werden, sowie es sollen anstatt der Bibliothek 2 zusätzliche Zimmer für Praktikanten und für den freiwilligen Entwicklungsdienst aus Deutschland eingeplant werden. Einige Schlafsäle für die kleinen Kinder sollen abgetrennt sein. Das Haus der Schlafsäle und der sanitären Anlagen sollen quer gebaut werden, damit genügend Platz auf dem Grundstück ist und nicht so viel Erdaushub weggenommen werden muss. Das Grundstück ist ein relativ steiler Hang. Während der Besprechung kam es zu einem kleinen "Zwischenfall". Auf dem Gelände des Guest Houses gibt es freilaufende Hühner und einen sehr großen Truthahn. Dieser plusterte sich plötzlich auf die doppelte Größe auf und stürzte dann auf die Runde zu. Als Opfer suchte er sich Rudolf Gast aus, den er durch den Garten jagte. Die Hausangestellten des Nachbarhauses konnten ihn schließlich retten.

Am Abend ging uns in unserer Unterkunft das Wasser aus. Da es in letzter Zeit nicht so viel geregnet hat, waren die Tanks im Garten leer. Mit Hilfe von Eimern konnten wir uns Wasser an anderen Tanks holen. Es wurde auch festgestellt, dass es einen Rohrbruch gegeben hatte.
Insgesamt mussten wir 1 Woche lang von einem anderen Wassertank mit den Eimern oder Schüsseln Wasser holen, damit die Toiletten gespült werden konnte.

Am 05.03.09 passte Mirko Nicolai bei den Kindern weitere Hörgeräte an.
Nachmittags fuhren wir gemeinsam nach Masaka, um einige Besorgungen zu machen und ins Internetcafé zu gehen. Ein privater Internetanschluss ist in Uganda sehr teuer, sodass die Schule nicht über einen Internetzugang verfügt. Die Internetverbindungen sind auch im Internetcafé sehr langsam und das Versenden von E-Mails ist mühsam. Oft hat man nach einer Stunde erst eine E-Mail verschickt.

Nach dem Internetcafé besuchten wir den Obst- und Gemüsemarkt. Dort werden Bananen, Papaya, Ananas, Maracuja, Orangen und Zitronen verkauft. Auch das Angebot an Gemüse ist reichhaltig: Tomaten, Kohl, Auberginen (=egg plant), Avocado, Kochbananen (=Matoke), Maniok (=Casava), Kartoffeln, Süßkartoffeln und vieles mehr. Alles wird von den Verkäufern liebevoll aufgestapelt.

Rudolf Gast kaufte Ananas für die Kinder der St. Mark Schule ein. Die Begeisterung war groß, als wir mit dem beladenen Auto an der Schule eintrafen. Die Kinder luden die Früchte ab und brachten sie in die Küche.

Rudolf Gast mit vielen Kindern und noch mehr Ananas
Gast spendiert Ananas für die Kinder

Für das Wochenende stand ein Ausflug in den Queen Elisabeth Nationalpark und anschließend ein Besuch der Gehörlosenschule in Ntungamo an. Gerhard Ehrenreich verblieb in Bwanda/Masaka. Proscovia Suubi, Dolmetscherin und Dozentin für Gebärdensprache an der Universität in Kampala, besuchte ihn in dieser Zeit. Gerhard Ehrenreich kennt Proscovia schon seit einiger Zeit. Sie war auch schon zweimal in Deutschland und hat in Uganda und Norwegen studiert.

Die Teilnehmer der Projektgruppe brachen am 06.03.09 frühmorgens auf. Die Fahrt dauerte 6 Stunden - eine Stunde länger als erwartet.
Grund für die Verspätung war ein überladener LKW, der an einer Baustelle in der matschigen Straße eingesunken war und drohte umzukippen. Während der Fahrt veränderte sich die Landschaft. Der Südwesten von Uganda, in dem auch der Ort Ntungamo liegt, ist von hohen kegelförmigen Hügeln geprägt. Viele der Hügel sind mit sattgrünen Teeplantagen überzogen. Diese Gegend wird auch die "Schweiz Ugandas" genannt. Ein bisschen sieht es aus wie im Allgäu. überall sieht man auf den "Almen" Kühe weiden. In der Gegend des Queen Elisabeth Nationalparks eröffnete sich eine Savannenlandschaft. Dort wachsen große Kaktusbäume, ansonsten nur gelb/braunes Gras und niedrige Büsche.
Im Nationalpark konnten wir viele afrikanische Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Ein sehr eindrucksvolles Erlebnis.

Am 07.03.09 erreichten wir am Abend die Gehörlosenschule Ntungamo. Der Chairman der Schule, Anthony, nahm uns als Gäste in sein Haus auf. Anthony ist ehemaliger Schulleiter der Schule für hörende Kinder, an die die Gehörlosenschule angegliedert ist. Ihm liegt das Wohl der Kinder sehr am Herzen.
Nach einem sehr reichhaltigen Abendessen saßen wir noch lange mit Anthony, der Schulleiterin Sr. Bakuze und der Lehrerin Justine zusammen.

Am Morgen des 08.03.09 besuchten wir gemeinsam mit Anthony und Sr. Bakuze den Gottesdienst. Dieser wurde auf der in Ntungamo und Umgebung üblichen Landessprache Runyankole gehalten, so dass wir kaum etwas verstehen konnten. Die Lehrerin Justine übersetze für die gehörlosen Kinder in ugandische Gebärdensprache. Rudolf Gast hielt eine kurze, sehr schöne Rede vor der Gemeinde. Diese wurde von Anna Brönner zunächst ins Englische und dann vom Pfarrer in Runyankole übersetzt.
Nach dem Gottesdienst besuchten wir die Gehörlosenschule. Wir wurden sehr herzlich von den Kindern und Lehrern empfangen. Gemeinsam mit Sr. Bakuze konnten wir alle Räume und das Gelände besichtigen.
60 gehörlose Kinder besuchen die Schule in Ntungamo. Es gibt dort auch einige mehrfach behinderte Kinder, z.B. Kinder mit Down Syndrom oder körperbehinderte Kinder, die auf den Rollstuhl angewiesen sind.
Die Schule in Ntungamo ist wesentlich ärmer als die St. Mark Schule in Bwanda/Masaka. Die Schlafsäle sind sehr eng. Es gibt nicht genug Betten. Deshalb schlafen einige Kinder auf Matratzen am Boden. Oft müssen sich mehrere Kinder eine Matratze teilen. über das Projekt wird derzeit der Neubau eines weiteren Mädchenschlafsaals finanziert. Die Arbeiten sind beinahe abgeschlossen. Schwester Bakuze erklärte den Besuchern die Bestimmung der einzelnen Zimmer. Neben Schlafplätzen für die Mädchen soll auch eine übernachtungsmöglichkeit für eine Erzieherin geschaffen werden, die nachts nach den Kindern sehen kann.

Ein großes Problem an der Schule in Ntungamo ist der Lehrermangel. Es gibt nur vier Lehrer an der Schule, die sieben Klassen unterrichten. Die Klassen 1-4 und 5-7 werden jeweils in einem Raum von zwei Lehrern gleichzeitig unterrichtet. Jede Klasse sitzt an einem Gruppentisch. Die Tische werden reihum unterrichtet. Dadurch entstehen für die Kinder immer wieder längere Wartezeiten. Auf dem Schulgelände wurden neue Gebäue für Klassenräume errichtet. Diese sind noch nicht bezugsfertig. Da es nicht genügend Lehrer gibt, stehen sie aber leer.
Es gibt keine weiteren finanzielle Mittel für den Schulneubau.
Die Küche der Schule befindet sich im Freien unter einem Wellblechdach. Es wird auf offenem Feuer gekocht. In den Nebengebäuden ist eine richtige Küche vorhanden. Die Öfen dort verbrauchen aber zu viel Feuerholz, dies kann sich die Schule nicht leisten.
Unterkünfte für das Personal wie an der St. Mark Schule gibt es nicht. Die Räume sind vollständig ausgelastet. Die Lehrerin Justine bewohnt einen winzigen "Raum", der mit Vorhängen vom großen Speisesaal abgetrennt wurde.

Kathrin Molitor und Mirko Nicolai fotografierten die Patenkinder, damit die Paten ein aktuelles Bild von ihrem Schützling bekommen konnten. Rudolf Gast unterhielt sich lange mit den Kindern. Außerdem wurden mit Sr. Bakuze über den evt. Einsatz von freiwilligen Helfern aus Deutschland an der Schule gesprochen. Sr. Bakuze zeigte sich sehr interessiert. Die Freiwilligen könnten beim Unterrichten helfen. Die Schwierigkeit ist aber, dass es keine Unterkunftsmöglichkeiten an der Schule oder im nahe gelegenen Ort für die Helfer gibt. Das nächste Guest House befindet sich in Ntungamo, mit dem Motorrad Taxi ("Boda Boda") mind. 40 min entfernt.
Nach dem Mittagessen in Anthonys Haus machten wir uns wieder auf dem Weg nach Masaka.

Am 09.04.09 besuchten Ehrenreich, Rudolf Gast und Anna Brönner die Druckerei in Masaka. Dort sollten eigene Postkarten für das Afrikaprojekt gedruckt werden. In der Druckerei arbeitet ein Bekannter von Ehrenreich. Der Ugander Emmanuel hat seine 3 ½-jährige Ausbildung im Kloster Ottilien gemacht. Er spricht akzentfrei Deutsch.
Gerhard Ehrenreich und Rudolf Gast übergaben den Entwurf der Postkarten.
Anschließend machten wir Besorgungen in der Stadt. U.a. musste ein Schild für den Speisesaal und die Klassenräume in Bwanda und den Schlafsaal in Ntungamo bestellt werden. Was in Deutschland eine Sache von 5 min ist, dauert in Uganda seine Zeit. Es waren mehrere Besuche beim Schildermacher notwendig, bis wir endlich das Schild in den Händen hatten. Der Aufdruck war auch nach mehreren Besuchen und Reklamationen nicht ganz fehlerfrei, so dass der Mitarbeiter kurzerhand aus Klebeband fehlende i-Punkte ausschnitt und aufklebte.

Am Abend saßen die Teilnehmer der Projektgruppe zu einer Besprechung zusammen. Es war aufgefallen, dass die Schule unter dem Jahr nur lückenhaft Informationen an die Projektmitarbeiter übermittelt. Es kam mehrmals vor, dass Kinder die St. Mark Schule verlassen haben, entweder weil sie ihren Abschluss gemacht hatten oder weil die Eltern die Kinder nach den Ferien einfach nicht mehr zurückgeschickt haben, die Patengelder wurden aber weiter gezahlt. Erst beim jährlichen Besuch von Herrn Ehrenreich wurde dann festgestellt, dass die Kinder nicht mehr an der Schule sind.
Hierüber sollte in den nächsten Tagen dringend mit Sr. Immaculate gesprochen werden.
Ein weiteres Thema der Besprechung war, wie die Nachsorge für die Hörgeräte sichergestellt werden soll. Die Erfahrung zeigt, dass viele der mitgebrachten Dinge schon nach kurzer Zeit kaputt gehen, weil die Kinder nicht sorgfältig damit umgehen. Es muss darauf geachtet werden, dass die Hörgeräte pfleglich behandelt werden. Außerdem werden in Zukunft regelmäßige Batteriewechsel und Einstellungen notwendig sein.

Am 10.03.09 besuchten Ehrenreich, Rudolf Gast, Anna Brönner und Mirko Nikolai eine andere Gehörlosenschule Butambala in Kabasanda, ca. 2 Stunden von Masaka entfernt. Dort arbeitet ein ehrenamtlicher Helfer aus Deutschland, Jonas Hülswitt. Dieser war über das Internet auf das Afrikaprojekt aufmerksam geworden und hatte Gerhard Ehrenreich und seine Begleiter an die Schule in Kabasanda eingeladen. Er hatte um Erfahrungsaustausch und evtl. Unterstützung gebeten, da die Zustände an der Schule schlecht seien.
Es war angedacht, dass Mirko Nikolai auch an dieser Schule Hörtests durchführt. Leider war am Tag unseres Besuchs an der Schule Stromausfall, sodass die Hörtests nicht vorgenommen werden konnten.
In Kabasanda werden derzeit 40 gehörlose Kinder unterrichtet. Aufgenommen werden können dort bis zu 60 Kinder.
Bei einer Führung über das Schulgelände erklärte der stellvertretende Rektor, dass der Schwerpunkt des Unterrichts auf der Vermittlung lebenspraktischer Fähigkeiten liegt, sodass die Schüler später ihren Lebensunterhalt verdienen können. Die Kinder werden u.a. im Nähen, Schreinern und Töpfern unterrichtet. Jonas Hülswitt merkte an, dass die schulische Ausbildung der Kinder an der Schule in Kabasanda sehr schlecht sei. Die Lehrer seien keine ausgebildeten Lehrer sondern - wenn überhaupt - Abgänger der Sekundarschule oder Berufsschule. Der vermittelte Schulstoff sei sehr gering.
Da die Schlafsäle zuvor in einem sehr schlechten Zustand gewesen waren, hatte Jonas Hülswitt Spenden in Deutschland gesammelt. Auf diese Weise konnten die Schlafsäle mit Betten, Matratzen und Moskitonetzen ausgestattet werden.
Nach der Besichtigung der Schule versammelten sich alle Kinder und Lehrer im Gemeinschaftsraum. Der stellvertretende Direktor der Ugandan society of the Deaf, der eigens wegen des Besuchs angereist war, und der stellvertretende Schulleiter hielten jeweils eine Rede zur Begrüßung. Anschließend begrüßte Rudolf Gast Schüler und Lehrer und Gerhard Ehrenreich verteilte die mitgebrachten Geschenke: Schulmaterialien, Kleidung, einen Fußball, eine Solarlampe und Matoke (Kochbananen) für alle Kinder. Die Kinder freuten sich sehr darüber.

Kinder freuen sich auf Matoke
Gerhard kaufte Matoke für die Schule

Anna mit dem Direktor der Schule
Gespräch mit dem Direktor der Schule, Anna übersetzt das Gespräch

Jonas, Gerhard und Rudolf sitzen auf Stühlen
Jonas, freiwilliger Entwicklungshelfer aus Deutschland links. Ehrenreich und Gast schauen aufmerksam der Rede des Direktors zu.

Gerhard übergibt der Schule 2 Bälle
Gerhard übergibt der Schule 2 Bälle

Übergabe eine Solarlampe
Übergabe eine Solarlampe

Gruppenbild der Schüler und Lehrer der Schule in Kabasanda
Gruppenbild - Schule in Kabasanda

Bei der Rückkehr von Kasabanda in Bwanda warteten schon Sr. Immaculate und Sr. Angella auf uns. Gerhard Ehrenreich und Rudolf Gast hatten sie zu einer Besprechung wegen der Patenschaften eingeladen. Die Schwestern legten nachvollziehbar dar, wie die Patengelder verwendet wurden. Es konnte geklärt werden, dass die Gelder, die für Patenkinder gezahlt worden waren, die die Schule zwischenzeitlich verlassen hatten, allen Kindern der Schule zu Gute kommen.
Sr. Immaculate konnte aufgrund ihrer vielen Aufgabenfelder bisher nicht im ausreichenden Maße Bericht über Veränderungen erstatten. Daher wurde vereinbart, dass Sr. Angella in Zukunft diese Aufgabe übernimmt. Die Patengelder, die 2x im Jahr nach Uganda überwiesen werden, sollen nicht mehr gemeinsam an die Schule Bwanda überwiesen werden. Es werden zukünftig getrennte Überweisungen an die Berufsschule Kampala und die Wakiso Secondary Schule durchgeführt. Sonst müsste Sr. Immaculate mit dem Geld zur Schule nach Kampala fahren und es persönlich übergeben. Sr. Immaculate und Sr. Angella sind mit der Arbeit der Übergabe der Patengelder überfordert.

Die Nachsorge für die Hörgeräte wurde der Englischlehrerin Teddy übertragen, die bereits tatkräftig bei den Hörtests mitgeholfen hatte. Mirko Nicolai wird sie Einlernen, so dass sie Batterien wechseln und Einstellungen vornehmen kann.

Am 11.03.09 fand an der Schule eine Abschiedsfeier für Rudolf Gast, Kathrin Molitor und Mirko Nicolai statt. Die Kinder führten Tänze auf. Sie hatten außerdem ein Gebärdenlied vorbereitet, in dem sie sich für die Hilfe bedankten und den Besuchern eine gute und sichere Reise nach Deutschland wünschten. Dies war ein ganz besonderes Abschiedsgeschenk für die Besucher. Sr. Immaculate bedankte sich im Namen der Kinder und Lehrer für den Besuch und die Unterstützung, insbesondere auch für die Hörgeräte. Rudolf Gast hielt eine kurze Abschiedsrede und verteilte Lutscher an die Kinder, was große Begeisterung auslöste.

Am 12.03.09 mussten Rudolf Gast, Kathrin Molitor und Mirko Nikolai wieder zurück nach Deutschland fliegen. Gemeinsam mit Mike, dem Fahrer der Schule und Anna Brönner fuhren sie am frühen Morgen in die Hauptstadt Kampala. Rudolf Gast wollte die Gebärdensprachdolmetscherin und Gebärdensprachdozentin Proscovia treffen. So ergab sich die Möglichkeit, in eine Vorlesung für Gebärdensprachdolmetschen hineinzuschnuppern. Die Fakultät für special needs in Kampala befindet sich auf einem weitläufigen und modernen Campus. Die Ausbildung zum Gebärdensprachdolmetscher dauert in Uganda zwei Jahre und schließt mit dem Abschluss Bachelor ab. Das Niveau ist sehr gut. Gebärdensprache ist in Uganda seit Jahren anerkannt. Viele Leute beherrschen Uganda sign language. Dolmetscher werden an der Universität ausgebildet. Wer Lehramt für Sonderschulen studiert, muss Gebärdensprache und die Braille Schrift beherrschen.

Vor dem Abflug blieb auch noch ein bisschen Zeit für Einkäufe in der Stadt.
In Kampala herrscht ein unglaubliches Gedränge. Die Straßen sind mit Autos, Motorrädern, Kleinbustaxis (Matatus) und LKWs verstopft. An Verkehrsregeln scheint sich niemand zu halten. Rote Ampeln werden weitestgehend ignoriert. Die Menschen transportieren die unmöglichsten Dinge, z.B. eine große Kommode auf einem Motorrad. Zwischen den Autos laufen Händler herum und versuchen, die verschiedensten Waren zu verkaufen.
Arm und reich liegen in Kampala nahe beieinander. Man durchquert ärmliche Barackenviertel und dann wieder Gegenden mit modernen Einkaufszentren und Geschäftsgebäuden.

Am Nachmittag brachte Mike die Gruppe rechtzeitig zum Flughafen nach Entebbe.

Am 14.03.09 kam Jonas Hülswitt aus Kabasanda für einige Tage zu Besuch. Er wollte die St. Mark Schule kennen lernen und am Unterricht teilnehmen, um Anregungen für seine Schule zu bekommen.

Am 15.03.09 besuchten Gerhard Ehrenreich, Anna Brönner und Jonas Hülswitt den Schulgottesdienst. Hörende und gehörlose Kinder feiern gemeinsam die Messe im Gemeinschaftsraum der Sekundarschule. Der Gottesdienst wurde in der im Süden von Uganda verbreiteten Landessprache Luganda gehalten. Ein Lehrer übersetzte in Gebärdensprache.
Nachmittags hatte Gerhard Ehrenreich einige Dinge mit Sr. Angella wegen der Patenschaften zu besprechen.

Vom 16. bis 17.03.09 fuhren Gerhard Ehrenreich, Anna Brönner und Sr. Angella nach Kampala, um die Wakiso Sekundarschule und die Berufsschule in Kampala zu besuchen. Einige der Schüler der St. Mark Schule haben nach ihrem Abschluss dorthin gewechselt und werden weiter durch die Paten in Deutschland unterstützt. Es muss mit der Schulleitung immer wieder abgesprochen werden, wie die Gelder zu verwenden sind und Abrechnungen müssen eingeholt werden.
Außerdem sollten auch hier die Patenkinder fotografiert werden, um den Paten in Deutschland aktuelle Fotos überbringen zu können.
In Wakiso baten die Patenkinder Gerhard Ehrenreich um ein Gespräch. Sie berichteten von Problemen: Die Schule würde die Kosten für Schuluniformen, Bücher, Hefte und Stifte nicht übernehmen. Dies wurde mit der Schulleitung besprochen. Es stellte sich heraus, dass an der Sekundarschule durch die Schulgebühren nur die Kosten für Unterkunft, Essen und Unterricht abgedeckt werden und die Lebenshaltungskosten nicht wie in der St. Mark Schule übernommen werden können. Die Schule bot an, dass für die Patenkinder ein zusätzlicher Geldbetrag eingezahlt werden kann und die notwendigen Dinge dann für die Jugendlichen besorgt werden.
Am späten Nachmittag trafen Gerhard Ehrenreich und Anna Brönner erneut die Dolmetscherin Proscovia.

Am 17.03.09 besuchten wir die Berufsschule in Kampala. Besonders Sr. Angella wurde herzlich von ihren ehemaligen Schützlingen begrüßt. Es fand eine Besprechung wegen der Patenschaften mit dem Direktor der Society of the Deaf und seinem Stellvertreter statt, den wir bereits in Kabasanda kennen gelernt hatten. Er ist der Schulleiter der Berufsschule. Anschließend konnten wir die Schule besichtigen. An der Berufsschule können die Jugendlichen Fähigkeiten im Mauern, Schreinern, Kochen und Hauswirtschaft sowie Nähen erwerben. Da die Berufsschule in Kampala einige Stunden von Masaka entfernt ist, ist die Zusammenarbeit nicht so eng wie mit der St. Mark Schule. Ab 2009 werden die Patengelder direkt auf das Bankkonto der Berufsschule überwiesen. Deshalb ist es wichtig, dass regelmäßige Besuche stattfinden, auch durch die ugandischen Projektmitarbeiter, um zu überprüfen, dass die Gelder auch wirklich bei den Kindern ankommen.

Am Nachmittag vergrößerte sich die Projektgruppe wieder. Barbara Schubert kam in Entebbe am Flughafen an. Gemeinsam erledigten wir noch einige Besorgungen im großen Einkaufszentrum in Kampala und fuhren nach Masaka zurück. Barbara Schubert besucht die Samuel-Heinike-Schule in München und sie machte ihr 5 wöchiges Praktikum an der Schule in Bwanda. Die Straße zwischen Kampala und Masaka ist bekannt für den Verkauf von Trommeln. Unser Fahrer Mike hielt am Geschäft eines guten Freundes und wir konnten die kunstvoll gestalteten Instrumente bestaunen. Spontan gaben Mike und sein Freund ein kleines Trommelkonzert.

Am 18.03.09 besuchten Anna Brönner und Barbara Schubert die St. Mark Schule und nahmen an mehreren Unterrichtsstunden teil, z.B. Mathematik, Naturwissenschaften und Englisch. Die Kinder nahmen die neue Besucherin herzlich auf. Neugierig betrachteten sie Barbara Schuberts CI (Cochlear Implantat). So etwas gibt es in Uganda nicht.

Vom 19.03.09 bis 21.03.09 fuhren Gerhard Ehrenreich, Anna Brönner, Barbara Schubert und Stephen Kasumba gemeinsam mit dem Fahrer Mike nach Ntungamo. Die sechsstündige Fahrt war beschwerlich. Ausgerechnet an diesem Tag war es unwahrscheinlich heiß. Dazu kommen die schlechten Straßenverhältnisse.
Nach vielen Stunden hoppeliger Schlaglochpiste waren wir froh, endlich in Ntungamo anzukommen.
Wir wurden erneut sehr herzlich aufgenommen. Ehrenreich übergab Geschenke und Sachspenden aus Deutschland, u.a. Schulsachen, Stifte, Kreide, Blöcke, einen große Tafelzirkel, einen Volleyball, Trainingsanzüge und zwei Solarlampen sowie 5 Stauden Kochbananen (Matoke). Kinder und Lehrer waren sehr froh und dankbar über die Geschenke. Außerdem hatte Gerhard Ehrenreich einigen Patenkindern Geschenke und Briefe ihrer Paten aus Deutschland mitgebracht. Die Patenkinder nahmen dies stolz entgegen.
An der Schule in Ntungamo gibt es bisher weder Strom- noch Wasseranschluss. Wenn die Regentanks leer sind, müssen die Kinder mehrmals täglich zur Wasserstelle laufen und in Kanistern das Wasser zur Schule tragen. Auch schon die Kleinsten helfen mit. Barbara Schubert und Anna Brönner begleiteten die Kinder bei dieser Aufgabe.
Erst als es anfing zu dämmern, verließ die Besuchergruppe die Schule. Wir konnten wieder bei dem Chairman Anthony unterkommen.

Barbara mit einem Stapel Schulheften
Barbara hat Schulhefte geschenkt

Gerhard mit freudestrahlenden Kindern und Matoke
Gerhard kaufte Matoke für die Kinder

Barbara mit ihren drei Patenkinder
Barbara übernimmt 3 Patenkinder

Zwei Mädchen mit Haribo
Kinder bekommen Haribo

Am Vormittag des 20.03.09 fand eine Besprechung zwischen Ehrenreich, Sr. Bakuze, Anthony, Stephen Kasumba und Anna Brönner (Dolmetscherin) statt. Zunächst wurde über die Patenschaften gesprochen. Auch in diesem Jahr sind in Ntungamo wieder einige Kinder dazu gekommen, die einen Paten benötigen. Es wurde besprochen, dass wenn das Patengeld aus Deutschland an die Schule kommt, ein Rechenschaftsbericht geschickt werden soll, damit wir sehen können, was mit dem Patengeld alles gekauft wurde. Auch Kinder, die nicht mehr zur Schule gehen, sollen an uns gemeldet werden.

Auch der Lehrermangel wurde thematisiert. Sr. Bakuze berichtete, dass die Lehrer von den Bezirken zugeteilt werden. Hierbei wird nicht zwischen hörenden und gehörlosen Kindern unterschieden, d.h. die Notwendigkeit kleinerer Klassen bei hörgeschädigten Kindern wird nicht berücksichtigt. Hinzu kommt, dass es schwierig ist, Lehrer zu finden, die in Ntungamo unterrichten wollen. Die Schule liegt sehr abgelegen, zudem können keine Unterkünfte für die Lehrer gestellt werden.
Sr. Bakuze und Anthony brachten ein, dass evtl. die Möglichkeit besteht, dass die Regierung zwei Lehrerstellen finanziert. Dazu müsste die Schule als Sonderschule anerkannt werden. In Masaka wurde dies bereits vor einigen Jahren durch Sr. Immaculate beantragt. Bisher habe die Regierung aber noch nicht reagiert.
Gerhard Ehrenreich wird bei der Eröffnungsfeier der neuen Klassenräume mit der Erziehungsministerin über dieses Problem sprechen.

Anschließend wurde über den Neubau des Mädchenschlafsaals gesprochen. Dieser wird bald fertig gestellt sein. Es muss nur noch die Decke eingezogen werden. Wenn das Geld ausreicht, sollen die Schlafsäle mit Stockbetten ausgestattet werden.
Stephen Kasumba merkte an, dass es wichtig wäre, einen Zaun um das Gelände der Schule zu ziehen, um vor allem die Mädchen vor evtl. Übergriffen zu schützen.
Die Schule soll zudem einen Strom- und Wasseranschluss bekommen.
Auch die noch nicht fertig gestellte Schule, sie steht im Rohbau, konnte wegen finanzieller Probleme nicht mehr weitergebaut werden. Eine Organisation ist abgesprungen.
Ein Haus für Büro und Gästezimmer für den Besuch aus Deutschland (Praktikanten, freiwillige Helfer) soll gebaut werden.
Ein ganz herzlicher Dank gilt dem Spender Manfred Thums aus Schmitten/Obereifenberg, da er den Bau des Mädchenschlafsaals zum größten Teil mitfinanziert hat.

Rwera mixed primary school Ntungamo

Der neue Mädchenschlafsaal
Der neue Mädchenschlafsaal

Das Schild an der Wand vom Mädchenschlafsaal, gespendet von Herrn Thums
Herr Thums sponsert den Mädchenschlafsaal

Mädchen freuen sich über das neue Gebäude
Mädchen freuen sich über das neue Gebäude

Ein Kind auf einem Bett auf den Boden
Kinder schlafen auf dem Boden

Am Nachmittag nahmen Barbara Schubert und Anna Brönner am Unterricht der Klassen 1 bis 4 teil. Insgesamt wirkte dieser um einiges schlechter organisiert als der Unterricht an der St. Mark Schule in Bwanda/Masaka. Der Nachmittagsunterricht begann erst mit einer Verspätung von 45 min. Die Lehrerin Justine unterrichtete die einzelnen Klassentische. Für die Kinder waren die Wartezeiten, bis ihr Tisch an der Reihe war, schwer zu ertragen. Sie langweilten sich und waren sehr unruhig. Vor allem die Vorklasse, zu der auch die Down-Syndrom Kinder gehören, tobte herum bis hin zu kleinen Prügeleien. Auch die Kinder, die gerade unterrichtet wurden, hatten Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren.
Der Unterrichtsstoff war auf einem vergleichsweise geringen Niveau. Die zweite Klasse addierte einstellige Zahlen, die 4. Klasse schrieb einfache englische Sätze ab.
Früher als im Stundenplan festgeschrieben war der Unterricht zu Ende.

Anschließend hatten die Kinder Freizeit. Anna Brönner hatte für die Schule ein Memory Spiel mitgebracht. Nach einiger Zeit gemeinsamen Spiels hatten die Kinder die Regeln verstanden und spielten Memory mit großer Freude.

Am Morgen des 21.03.09 fuhr die Gruppe wieder zurück nach Bwanda/Masaka. Dort fand am Nachmittag eine weitere Besprechung mit Stephen Kasumba und Ehrenreich wegen des Neubaus der Klassenräume statt. Stephen Kasumba reiste noch am gleichen Tag weiter nach Kampala.
Am Abend haben Barbara Schubert und Anna Brönner Gelegenheit, zusammen mit einer Schwester des Convents zu kochen. Ein kleiner Raum dient den Schwestern und Schülerinnen der Hauswirtschaftsschule als "Küche". Darin befinden sich ein Tisch und mehrere Feuerstellen. Der Raum hat keinen Abzug, sodass es sehr stark qualmte. Gemeinsam bereiteten wir Kochbananen (Matoke), Fladenbrot (Chapati), Kraut und Nudeln zu. Wir waren überrascht, dass das sehr schmackhafte ugandische Essen auf sehr einfache Weise und mit nur wenigen Zutaten gekocht wird. Als Gewürze dienen Salz und Pfeffer. Die meisten Gerichte werden in heißem öl gebraten und später mit angedünsteten Tomaten oder einer selbst hergestellten Erdnusssoße serviert.

Am 25.03.09 hatte Gerhard Ehrenreich eine Besprechung mit Sr. Immaculate und dem Bauleiter, der für die neuen Klassenräume verantwortlich ist. Die Baukosten waren wesentlich höher ausgefallen, als der Bauleiter im Kostenvoranschlag angegeben hatte. Dieser erklärte, dass die Materialkosten in der letzten Zeit immer mehr gestiegen sind. Die Materialien sind zum Teil teuerer als in Deutschland, z.B. Zement.
Am späten Nachmittag fand an der Schule eine kleine Abschiedsfeier für Anna Brönner statt, die am nächsten Tag nach Deutschland zurückfliegen musste. Die Kinder führten erneut Tänze und ein Gebärdenlied vor. Anna Brönner verteilte Luftballons an die Kinder. Für diese war es gar nicht so einfach, die Ballons aufzublasen.
Sr. Immaculate hielt eine sehr herzliche Rede, da fiel das Abschiednehmen sehr schwer.

Hier gehts weiter zum zweiten Teil...